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Hilfe! Komplexitätsreduzierer dringend gesucht

Mit jeder Suchanfrage wird die Welt ein wenig komplexer.
Anne M. Schüller | 10.12.2012

Big Data, also die sich potenzierende Datenflut, die es zu kanalisieren gilt, ist nicht nur für Unternehmen eine neue große Herausforderung. Auch für Konsumenten wird die Welt mit jeder Suchanfrage ein wenig komplexer. Um aus dieser wachsend gigantischen Welle von Wissen im Web das Relevante herauszufiltern und die Spreu vom Weizen zu trennen, brauchen wir technologische wie auch persönliche Helferlein. So werden smarte Türsteher (Gatekeeper) zu einer überlebenswichtigen Notwendigkeit.

Digitale Diener und virtuelle Assistenten werden in Bälde nur noch die Infos passieren lassen, für die es von uns eine Erlaubnis gab. Unternehmen werden dann wohl oder übel anklopfen und um Einlass bitten müssen. Alles, was nicht passt, muss draußen bleiben. Und nur der Anbieter, der die richtigen Touchpoints im richtigen Moment richtig bespielt, kommt bis zum (potenziellen) Kunden durch.

Technologische Helferlein

Apps sind die Boten dieser neuen Zeit: Komplexitätsreduzierer, die uns nur noch das in den Eingangskorb legen, was unserer Interessenlage entspricht. Während viele gerade erst die Spielregeln der Social Media abarbeiten, ist ‚Mobile Marketing‘ bereits in vollem Gang.

Der nächste Schritt wird dann die Abgrenzung sein. Die unendliche Offenheit des universellen Web ist ja nicht nur mühsam, sie macht auch verletzlich. Google+ bildet diese Entwicklung bereits ab, denn da kann jeder seine eigene kleine Netzwerk-Welt in geschlossenen Kreisen (Circles) formieren - und so auch ein wenig Intimität genießen.

Vertrauen ist die Brücke ins Ungewisse

Neben den technologischen Komplexitätsreduzierern gibt es übrigens einen aus einer ganz anderen Werkzeugkiste. Sein Name: Vertrauen. Wo die Zeit nicht reicht oder das Wissen fehlt, um eine Sache zu durchleuchten, ist Vertrauen der beste Kitt. Und dort, wo wir von Fremden auf dem globalen Marktplatz Internet kaufen, gibt es nur eine Chance: Vertrauen. Vertrauen ist die Brücke zum Neuland. Und Hoffnung auf das Happy End.

„Die Gesellschaft der Zukunft ist zum Vertrauen verdammt“, schreibt der Philosoph Peter Sloterdijk. Dabei können wohlmeinende Dritte uns eine große Hilfe sein, weil deren helfende Hand den Zaudernden vertrauensvoll führt. Sie erzeugen Reputationsvertrauen und machen unserem Hirn die Arbeit ganz leicht. ‚Wenn mein guter Freund mir die Marke x empfiehlt, kann ich sorglos zugreifen‘, denkt der geneigte Verbraucher und kauft.

Empfehler sind die wichtigsten Komplexitätsreduzierer

Die mit Abstand wichtigsten Komplexitätsreduzierer haben eine menschliche Gestalt. Wir finden sie in unserem realen Umfeld wie auch in der virtuellen Realität: in privaten Netzwerken, in Business-Networks und im Social Web. Ihre ‚Likes‘ und ‚Dislikes‘ machen uns das Leben leicht und bequem. Sie verhindern Streuverluste und empfehlen nur das, was wirklich für uns zählt. Sie sind das Bindeglied zwischen Gewohntem und Ungewissheit.

Verlässliche Empfehlungen Dritter geben uns Orientierung und schaffen Sicherheit. Sie verkürzen Entscheidungsprozesse. Sie verringern das Risiko einer bedrohlichen Fehlentscheidung. Und sie reduzieren Enttäuschungsgefahr. Sie ersetzen mangelndes Wissen durch Vertrauen. Und sie helfen uns, eine Menge wertvoller Zeit zu sparen. Sie geben uns ‚Peace of Mind‘ und unserem Oberstübchen ‚kortikale Entlastung‘, wie die Fachleute sagen.

Empfehler sind auch die besten Verkäufer

Während die klassische Neukunden-Akquise zunehmend beschwerlich und Werbung immer teurer, ist empfohlenes Geschäft quasi schon vorverkauft. Dies führt bei dem, der die Empfehlung erhalten hat, zu einer positiven Wahrnehmung, zu einer geringeren Preissensibilität, zu zügigen Entscheidungen und zu loyalerem Geschäftsgebaren. Und schnell zu neuen Empfehlungen. Es ist erstaunlich, wie viel Energie die Kunden bisweilen investieren, um über ihre Lieblingsmarken zu reden und sie anderen schmackhaft zu machen.

Ja, das Gewinnen von Neukunden ist leicht, wenn man viele Empfehler hat. Übrigens vertrauen 88 % aller Menschen Empfehlungen aus ihrem Umfeld, und 64 % vertrauen dem, was Dritte Online berichten. Hingegen vertrauen nur 25 % der Werbung von Anbietern im Markt. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Nielsen-Studie. Schon allein deshalb wird ein gut gemachtes Empfehlungsmarketing in Zukunft der ganz große Renner sein. Es gehört an die erste Stelle im Marketingplan. www.empfehlungsmarketing.cc

Seminartipp: „Zukunftstrend Empfehlungsmarketing“ am 24. 1. 2013 in Frankfurt am Main

Werben Sie noch, oder empfiehlt man Sie schon? Empfehler sind bekanntlich die besten Verkäufer. Und Empfehlungsmarketing ist das kostengünstigste Marketing. Wie das gelingt, zeigt ein praxisnahes Tagesseminar am 24. Januar in Frankfurt am Main mit Anne M. Schüller, führende Expertin für das neue Empfehlungsmarketing. Die Teilnehmer erhalten darin das komplette Knowhow, eine Fülle von Anregungen und Beispielen sowie das notwendige Handwerkszeug zur Entwicklung ihrer eigenen Empfehlungsmarketing-Strategie.

Infos und Buchung: http://www.semigator.de/seminare/Empfehlungsmarketing-der-beste-Umsatzbeschleuniger-aller-Zeiten-1338301-0

Das Buch zum Thema

Anne M. Schüller: Touchpoints
Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute
Managementstrategien für unsere neue Businesswelt
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gunter Dueck

Gabal, März 2012, 350 S., 29,90 Euro, 47.90 CHF
ISBN: 978-3-86936-330-1
Ausgezeichnet als Mittelstandsbuch des Jahres und mit dem Trainerbuchpreis 2012
www.touchpoint-management.de

Zur Autorin

Anne M. Schüller ist Diplom-Betriebswirtin, zehnfache Buch- und Bestsellerautorin und Management-Consultant. Sie gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing und ein kundenfokussiertes Management. Sie ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen und zählt zu den gefragtesten Business-Speakern im deutschsprachigen Raum. Zu ihrem Kundenkreis gehört die Elite der Wirtschaft. www.anneschueller.com