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Influencer und Content Distribution

Gegen die Contentflut hilft die richtige Ansprache an die klar identifizierten Zielgruppen mit einflussstarken Influencern auf den passenden Kanälen.
Alexander Pühringer | 13.08.2018
© LinkLike
 

In diesem Artikel sollen die wichtigsten Fragen zum Thema Content Distribution erklärt und anhand von konkreten Beispielen genauer veranschaulicht werden.

Was ist Content Distribution?


Zur Klärung, warum Content Distribution notwendig ist, gilt es zuallererst zu klären, worum es sich bei diesem Term eigentlich handelt. Das Wort Content Distribution stammt aus dem englischen und bedeutet wortwörtlich übersetzt „Verbreitung von Inhalten“. Gemeint ist damit die Schaffung von Reichweite, Engagement und Aufmerksamkeit für bestimmte Inhalte, damit diese von der richtigen Zielgruppe gesehen werden, für welche sie vorgesehen sind.

Warum Content Distribution?


Der Ausgangspunkt für die Content Distribution liegt in den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten des Web 2.0. Selbst gut und teuer produzierter, qualitativ wirklich hochwertiger Inhalt verschwindet oft aufgrund der regelrechten Contentflut, die im Internet vorherrscht, in der Versenkung. Alleine die Menge an Videomaterial, die täglich auf YouTube hochgeladen wird (etwa 500 Stunden innerhalb einer Minute) ist so groß, dass auch gute Videos sofort in der Masse untergehen, wenn diese nicht richtig verbreitet werden.

KPIs: Diese Kennzahlen zählen


Eigentlich stammt der Begriff Key Performance Indicator (KPI) aus der Betriebswirtschaft, wo damit die Kennzahlen bezeichnet werden, anhand derer der Fortschritt oder Erfüllungsgrad von Zielsetzungen gemessen werden kann. Auch in der Content Distribution ist es natürlich von essentieller Bedeutung, die Performance zu messen, weshalb dafür im Laufe der Zeit eigene KPIs ermittelt wurden, anhand derer der Erfolg und die Performance von Inhalten bestimmt werden kann.

Welche KPIs sind im Influencer Marketing von Bedeutung?


Was einem bei Social Media Profilen oder Blogs natürlich als erstes ins Auge springt, sind die Anzahl an Followern, Fans oder Likes der jeweiligen Page. Vor allem bei Facebook oder Twitter muss diese Zahl aber nicht immer maßgeblich sein, da hier auch sehr viele „Karteileichen“ dabei sein können. Was daher vor allem bei Facebook Pages wichtig bei der Analyse einer Seite ist, ist das Engagement einer Seite. Dazu sieht man sich am besten an, wieviel Interaktion mit der Page besteht, also etwa wieviele Verlinkungen die Page innerhalb von Beiträgen anderer hat oder wie viele Kommentare und Likes die einzelnen Posts haben. Auch bei Blogs ist das Engagement von großer Bedeutung, einerseits durch Kommentare auf dem Blog selbst, sowie andererseits auch über die zugehörigen Social Media Seiten des Blogs.

Influencer Marketing und seine Ausprägungen


Als Influencer werden Personen bezeichnet, die Bekanntheit erlangt haben und deswegen meistens großen Einfluss auf ihre Follower ausüben. Sie treten als Meinungsführer und Markenbotschafter auf. Ihre Meinung hat unter ihren Followern einen sehr hohen Stellenwert, weshalb sie auf Empfehlungen und Ratschläge der Influencer vertrauen. Je nach der Art und Weise, welche Inhalte Influencer produzieren und wo sie diese verbreiten, unterscheidet man verschiedene Arten von Influencern:

Blogger
Meist haben Blogs ein bestimmtes Überthema, auf dem der Blogger Experte ist und worüber er seine Meinung mit der Öffentlichkeit teilen möchte. Die Beiträge sind schriftlich und enthalten so gut wie immer Bilder, Videos und Weblinks. Außerdem nutzen Blogger in der Regel Social Media, um diese Beiträge zu verstärken.

YouTuber
YouTuber erstellen Videos, die sie auf der Video-Plattform YouTube hochladen. Die Art bzw. das Format dieser Videos ist total unterschiedlich und reicht von Musikvideos über Produktempfehlungen, Comedy-Videos oder informativen Videos und Anleitungen bis hin zu sogenannten „Vlogs“.

Instagramer
Instagram ist eine Social-Media-Plattform, die zu Facebook gehört und auf der ausschließlich Bilder gepostet werden können.

Facebook Influencer
Facebook Pages unterscheiden sich von normalen Facebook-Profilen auf die Weise, dass es sich nicht um Privatpersonen handelt, sondern dass Influencer auf diese Weise als Persönlichkeiten auftreten.
Auch viele Blogger, YouTuber und Instagramer haben natürlich eine Facebook Page für ihren jeweiligen anderen Kanal.

Influencer als Distributionskanal


Influencer sind in der Content Promotion von großer Bedeutung, da sie als Distributionskanal eingesetzt werden können, um die Aufmerksamkeit und Reichweite für Content zu verstärken. Für diesen Zweck ist es am sinnvollsten, die verschiedenen Arten von Influencer in Kategorien nach ihrer Größe einzustufen, da sie je nach der Anzahl und Art ihrer Follower für unterschiedliche Zwecke der Content Distribution relevant sind.

Mega Influencer
Den Mega Influencer sind Personen, die eine hohe Bekanntheit besitzen und deren Followerzahl die Millionenmarke übersteigt. Mega Influencer werden oft als Testimonials für bestimmte Marken oder Produkte eingesetzt. Ihr großer Pluspunkt ist ihre Bekanntheit und dass sie Profis auf ihrem Gebiet sind, was sie zu einem Vorbild für viele Follower macht.

Macro Influencer
Macro Influencer haben in der Regel zwischen 100.000 und einer Million Follower. Sie schaffen also auch eine sehr sehr hohe Reichweite für alles, das sie bewerben. Der große Vorteil von Macro Influencern ist, dass sie sehr professionalisiert sind und daher Trendsetter in ihrem bestimmten Thema für Fans und Follower sind. Eine Zusammenarbeit mit Macro Influencern empfiehlt sich daher vor allem für Produktpräsentationen oder bei der Bewerbung von Events.

Micro Influencer
Der typische Micro Influencer hat zwischen 5.000 und 100.000 Followern. Er besitzt großes Expertenwissen auf seinem Gebiet. Durch die im Gegensatz zu Macro und Mega Influencern doch eher kleine Anzahl an Followern kann der Micro Influencer jedoch eine sehr große Nähe zu seinen Followern herstellen. Aus diesem Grund bietet eine Zusammenarbeit mit Micro Influencern viel Erfolg bei fokussierten Themengebieten, Nischenprodukten oder regionalen Themen. Außerdem empfiehlt sich eine Zusammenarbeit bei Produkttests, Content Distribution oder aber auch B2B Themen.

Everyday Influencer
Der Everyday Influencer ist – wie der Name schon sagt – ein Influencer des täglichen Lebens, seine Followeranzahl liegt daher bei maximal 5.000. Everyday Influencer haben eine sehr hohe Glaubwürdigkeit und überdurchschnittlich hohe Engagementraten, weil sie eine enge Beziehung zu ihren Followern haben. Aus diesem Grund sind Everyday Influencer für die Content Distribution, Podukttests und außerdem für Bewertungen und Gewinnspiele eine sichere Wahl.

Influencer-Reichweiten durch Facebook-Werbeanzeigen


Facebook-Werbeanzeigen – oft auch „Facebook Ads“ genannt – werden über eine Facebook Page an eine bestimmte Zielgruppe ausgespielt. Diese Zielgruppen werden bei Facebook Custom Audiences
genannt. Als einfachste und effektivste Möglichkeit zur Erstellung einer Custom Audience werden aus einer Facebook Page jene Personen herausgesucht, die in einem bestimmten Zeitraum (wie etwa in den letzten 365 Tagen) die meiste Interaktion mit dieser Page hatten. Diese Personen kann man über den Facebook Werbeanzeigenmanager ganz einfach in eine Custom Audience verwandeln, indem man sie mit einem Namen versieht und speichert. Bei zukünftigen Facebook-Werbeanzeigen kann die neu erstellte Custom Audience als Zielgruppe eingesetzt werden.

Werbeanzeigen, die über Facebook an diese Custom Audience ausgeschickt wird, erreichen genau die richtige Zielgruppe und sind daher erfolgreicher als allgemein ausgespielte Facebook-Werbeanzeigen

Fazit


Content Distribution ist im heutigen Online Marketing nicht mehr wegzudenken. Facebook-Werbeanzeigen mit Custom Audiences bieten die Möglichkeit, über Facebook Inhalte an genau jene Personen zu bringen, für die sie auch erstellt wurden. Gegen das Phänomen Contentflut kann mit Influencer Marketing vorgegangen werden. Verschiedene Arten der Influencer können bei unterschiedlichen Kampagnen eingesetzt werden, um mehr Reichweite zu generieren und damit mehr Aufmerksamkeit für Inhalte zu schaffen. Ein Patentrezept für den besten Erfolg gibt es leider keines, allerdings empfiehlt sich eine Kombination aus mehreren Maßnahmen, um das beste Ergebnis für die Content Distribution zu erzielen.