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In der Krise auf Kooperationen setzen

Gerade in Krisenzeiten ist es für Unternehmen wichtig Partner zu haben, sich mit ihnen auszutauschen und mit ihnen gemeinsam Kompetenzen zu bündeln.
Gabriele Braun | 06.05.2020
In der Krise auf Kooperationen setzen © freepik / pexels.com
 

In Krisenzeiten müssen Menschen und Unternehmen zusammenhalten und gegen die Auswirkungen des Corona-Virus gemeinsam kämpfen. „Abstand“ ist heute Bürgerpflicht, doch das hält uns nicht davon ab, zusammen zu arbeiten und nach vorne zu blicken.

Kooperationen können entlang der gesamten Wertschöpfungskette stattfinden – von der Forschung und Produktion bis hin zum Vertrieb und Marketing. Sie sind dann erfolgreich, wenn die gesetzten Ziele erreicht werden. Diese können sehr vielfältig sein: z.B. die Gewinnung neuer Kunden, Erschließung neuer Zielgruppen, Kostensenkung oder gerade jetzt in der Corona-Krise: Schaffung von Mehrwerten.

Zahlreiche Initiativen und Kooperationen haben sich in der Corona-Zeit gebildet. Große Technik-Unternehmen kooperieren, der Handel tauscht Arbeitskräfte aus oder Pop-up-Stores werden eröffnet. Wir stellen einige vor.

 

Initiative „Deutschland gegen Corona“

Die wichtigste Regel in diesen Tagen ist Abstand zu halten. Leider haben das noch nicht alle verinnerlicht. Die neue Initiative „Deutschland gegen Corona“ mit dem Hashtag #allefüralle appelliert an jeden Einzelnen, Abstand zu halten. Die Kampagne weist mit ihren Motiven auf den empfohlenen Sicherheitsabstand von 2 Meter hin. Die Motive werden in Print- und Onlinemedien der Partner geschaltet.

Starke Partner aus der Wirtschaft und Medien, darunter DAK-Gesundheit, Das Futterhaus, Deutsche Bank, FAZ, Gruner + Jahr, Facebook, Spreadshirt, Unilever, WallDecaux und ZDF unterstützen die Initiative. Die Idee hinter der Initiative kommt von der Agenturgruppe FischerAppelt.

Deutschland gegen Corona © FischerAppelt

 

Anbieter laden zum SaaSDay ein

Der Software as a Series Day findet am 13. Mai (Beginn 9:15 Uhr) online statt und besteht aus acht kostenlosen Webinaren, in denen hilfreiche Tipps direkt aus der Praxis vermittelt werden. In Vorträgen von der Digitalisierung interner Prozesse über Suchmaschinenoptimierung bis zur Automatisierung des Marketings stehen Expertinnen und Experten den Teilnehmenden einen ganzen Tag lang Rede und Antwort. Die Veranstaltung wird von den Unternehmen Meltwater, Sendinblue, Uberall, Searchmetrics, Signavio und Usercentrics organisiert. 

 

Technologie-Kooperationen von Apple und Google

Weltweit tüfteln Entwickler an Corona-Warn-Apps, mit denen sie helfen, den Virus zu bekämpfen und Leben zu retten. „Vor diesem Hintergrund haben Google und Apple eine Zusammenarbeit zum Einsatz von Bluetooth-Technologie beschlossen, um Staaten und Gesundheitsbehörden dabei zu helfen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die Privatsphäre und Sicherheit teilnehmender Nutzerinnen und Nutzer stehen im Mittelpunkt der gesamten Entwicklung“, erklären beide Unternehmen. Das Betriebssystem iOS der Apple iPhones und das Google-System Android sollen mit entsprechenden Schnittstellen verbunden werden können.

 

Personalaustausch zwischen McDonald und Aldi

Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland benötigt zunehmend Personal. Die infolge der Corona-Krise massiv gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln belastet die Kapazitäten insbesondere in Verkauf und Logistik. McDonald’s Deutschland unterstützt Aldi in dieser Situation: Mitarbeiter, die von den eigenen Restaurant-Schließungen oder dem eingeschränkten Betrieb durch die Corona-Krise betroffen sind und trotzdem ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen wollen, können ab sofort ganz unbürokratisch in den Aldi-Filialen in Deutschland eingesetzt werden.

 

Pop-up-Store - Fahrrad trifft auf Reisebüro

Die vorherrschende Krise bremst nicht nur den Einzelhandel aus. Auch Internethändler sind betroffen. Laut einer Befragung im Auftrag von Trusted Shops befürchten 11 Prozent der Onlinehändler, dass ihre Existenz gefährdet ist. Der Großteil von ihnen sieht sich zudem mit weniger Bestellungen und Problemen mit Lieferanten und Partnern konfrontiert.

Trotz all der Probleme und Herausforderungen, die Onlinehändler selbst bewältigen müssen, wäre über die Hälfte von ihnen bereit, mit stationären Einzelhändlern zusammenzuarbeiten (56 Prozent). Wie kann solch eine Zusammenarbeit aussehen? Rose Bikes macht es vor. Das Lufthansa City Center Reisebüro in Münster ReiseArt vermietet dem Bocholter Fahrradhändler für sechs Monate die 140 Quadratmeter große Ausstellungsfläche in der Münster Innenstadt als Pop-up-Store und zieht sich in die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss zurück.

Reisebüro ReiseArt Münster Aussenansicht © ROSE Bikes GmbH 

 

Regionale Kooperation: Eisdiele und Supermarkt

Durch Corona kamen sich in der Nordeifel ein Supermarkt und eine Eisdiele näher. Eis kann zwar abgeholt werden, aber das macht laut Zammatteo-Inhaber Luca Molin-Prodel gerade mal 15 Prozent des Gesamtgeschäfts aus. Warum also nicht das Eis im örtlichen Supermarkt verkaufen. Das Eis wird in abbaubaren Bechern in zwei unterschiedlichen Größen mit Löffeln und rechtskonform etikettiert in bereitgestellter Kühltruhe im Edeka-Markt nun verkauft. Vielleicht kann auch nach der Krise diese Kooperation fortgesetzt werden, berichtet UWG Roetgen.

 

Kooperationsbörsen: Unternehmen helfen Unternehmen

In Baden-Württemberg hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau mit BIOPRO Baden-Württemberg eine Kooperationsbörse gestartet. Angebot und Nachfrage aus der Wirtschaft für die Produktion knapper Güter in der Biotechnologie und Medizintechnik werden dort vernetzt. Auch Ideen für neue Produkte zur Bekämpfung des Corona-Virus sollen dort gebündelt werden.

 

Job-Plattform daslandhilft.de für Landwirte

Auf daslandhilft.de suchen Landwirte nach dringend benötigten Hilfskräften für die Pflanz- und Erntearbeit oder den Vertrieb. Die Plattform verbindet somit landwirtschaftliche Betriebe mit Menschen, unter anderem jenen, deren aktuelle Arbeitsstelle aufgrund der Corona-Krise weggefallen ist oder die deshalb nicht ihrem Studium oder ihrer Ausbildung nachgehen können. Über eine regionale Suche können Landwirte und potenzielle Helfer zusammenfinden. Insbesondere durch die Reisebeschränkungen innerhalb der EU fürchten viele Betriebe, nicht genügend Saisonkräfte vor allem für die Spargel- oder Erdbeer-Ernte zu finden

Die Job-Plattform wurde vom Bundesverband der Maschinenringe e. V. gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ins Leben gerufen und wird von zahlreichen Partnern unterstützt.

 

Job- und Logistikbörse für den Einzelhandel

Das EHI hat in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) die kostenlose Jobbörse Gemeinsam handeln entwickelt. Diese ist seit heute für alle Einzelhandelsunternehmen verfügbar. Die Vermittlungs-Plattform richtet sich speziell an Handelsunternehmen, die vorübergehend Personal suchen, und solche, die Personalpartnerschaften eingehen oder ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Alternativen anbieten möchten.

 

Unternehmen, die auf Kooperationen setzen, werden zukünftig erfolgreicher sein. Sie profitieren gegenseitig von der Kreativität und können sich voll auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Der ewige Konkurrenzkampf bindet zuviel Kräfte. Gemeinsam sind sie stärker und können mehr bewegen.

 

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