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Immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze

In 68 Prozent der deutschen Unternehmen gingen in den vergangenen fünf Jahren weniger Bewerbungen ein. Nachlassende Qualität der Bewerber.
© ifo Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
 

Die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich zunehmend bemerkbar bei den Auszubildenden: In 68 Prozent der Unternehmen gingen in den vergangenen fünf Jahren weniger Bewerbungen ein, nur in 10 Prozent erhöhte sich die Anzahl, in 18 Prozent der Firmen blieb sie unverändert. Das ist das Ergebnis der neuesten ifo-Randstad-Personalleiter-Befragung. Zwei Drittel der Firmen gaben aber an, dass die Zahl der Auszubildenden bei ihnen dem Ziel entspricht, doch immerhin ein Drittel wünscht sich, mehr Jugendliche auszubilden. Die Auszubildenden bringen heutzutage meist die Mittlere Reife mit (56 Prozent), gefolgt vom Hauptschulabschluss (34 Prozent) und dem Abitur (30 Prozent); Mehrfachnennungen waren möglich. Mittlere Reife und Hauptschul-Abschluss sind vor allem in der Industrie und im Handel verbreitet, während Abiturienten besonders häufig in der Industrie und bei Dienstleistern beschäftigt sind. Abitur und Fachabitur spielen in Großunternehmen eine überdurchschnittlich wichtige Rolle.

Knapp zwei Drittel der Personalleiter beklagen derweil eine nachlassende Qualität der Bewerber. Dem gegenüber stehen nur 4 Prozent, die von einer Verbesserung sprechen; 28 Prozent können keinen Unterschied feststellen. Mit den eigenen Auszubildenden sind die Personalleiter indes zufriedener: 76 Prozent der Personalleiter bewerten ihre eigenen Auszubildenden als gut, 11 Prozent sogar als sehr gut. Nur 13 Prozent sind nicht zufrieden.

Auf die Frage nach der Qualität der Ausbildung von Hochschulabsolventen reagieren die Personalleiter zurückhaltend: Nur 2 Prozent sind sehr zufrieden, 46 Prozent sind zufrieden, 11 Prozent unzufrieden, 1 Prozent ist sehr unzufrieden, aber 41 Prozent machten keine Angabe dazu. Am höchsten ist die Zufriedenheit in der Industrie (57 Prozent), gefolgt von den Dienstleistern (47 Prozent). Am wenigsten zufrieden sind die Händler (42 Prozent).

Bei der Bewertung der digitalen Fähigkeiten von Auszubildenden zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Sie werden von knapp zwei Drittel der Personalleiter als sehr gut oder gut eingeschätzt; ein Drittel bewertet sie als weniger gut, nur 4 Prozent als ungenügend. Mit den digitalen Fähigkeiten von Hochschulabsolventen zeigen sich die Personalleiter noch zufriedener: 87 Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut (24 Prozent sehr gut, 63 Prozent gut).